„Es war ein Quartal der Rekorde“

Warum ProSiebenSat.1 auch nach dem dritten Quartal optimistisch nach vorne blickt, erklärt Vorstandssprecher Rainer Beaujean im Interview.

Die ProSiebenSat.1 Media SE hat ihren Wachstumskurs auch im dritten Quartal 2021 fortgesetzt: Der Konzern erzielte ein deutliches Umsatzplus von 15 Prozent auf 1.055 Mio Euro. Das ist der höchste Umsatz eines dritten Quartals in der Geschichte der Gruppe. Das adjusted EBITDA ist dabei um 9 Prozent auf 162 Millionen Euro gestiegen. Rainer Beaujean, Vorstandssprecher von ProSiebenSat.1, erklärt im Interview, warum das Unternehmen auch weiterhin optimistisch nach vorne blickt.
Herr Beaujean, wie werten Sie die Zahlen des dritten Quartals? Spürt ProSiebenSat.1 die COVID-19-Folgen in den Ergebnissen der Gruppe überhaupt noch?

Es war ein Quartal der Rekorde. Nach einem Umsatzhoch im zweiten Quartal haben wir erneut im dritten Quartal einen Rekordumsatz erzielt. Im Entertainment-Segment liegen wir bei den Werbeumsätzen in der DACH-Region mit einem Plus von 13 Prozent nicht nur über unserem Vor-Corona-Niveau von 2019, sondern haben auch die höchsten Werbeumsätze in einem dritten Quartal in unserer Geschichte erwirtschaftet. Dabei haben sich auch unsere relevanten Steuerungskennzahlen wie der adjusted Operating Free Cashflow und der P7S1 ROCE deutlich verbessert, also genau die Zahlen, auf die wir als Vorstand seit unserem Amtsantritt fokussieren. Das zeigt, dass wir unser Geschäft nachhaltig in die richtige Richtung lenken. Als Folge dieser sehr guten Entwicklung konnten wir unsere Ziele für das laufende Finanzjahr erneut anheben. Auch für die Zukunft stehen also alle Zeichen auf Wachstum. 

Im Entertainment-Segment richten Sie die Inhalte nach der Maxime „live, lokal, relevant“ aus. Welche Fortschritte gibt es auf diesem Weg und setzt sich das auch in Werbeeinnahmen um?

ProSiebenSat.1 ist auch im dritten Quartal 2021 die klare Nummer 1 im TV-Markt – sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Werbekunden. Lokale Inhalte helfen uns, unsere Reichweite zu maximieren und die Monetarisierung weiter zu verbessern. Am Beispiel der „ran SAT.1 Bundesliga“ wird das sehr deutlich: Unsere Fußball-Berichterstattung geht weit über die reine Fernsehübertragung hinaus. Mit neuen Formaten wie dem „ran Bundesliga Flash“, dem Live-Streaming auf Joyn sowie den ran-/SAT.1-Apps und -Webseiten haben wir neue Sportumfelder aufgebaut, die wir erfolgreich vermarkten. Wir nutzen also unser gesamtes Entertainment-Ökosystem, um unsere Zuschauer zu begeistern – und gleichzeitig attraktive Werbeumfelder zu schaffen. Darüber hinaus stimmen uns die Marktaussichten für 2022 optimistisch: Der Gesamtwerbemarkt soll um 5 Prozent gegenüber 2021 weiter wachsen. Das werden wir für uns nutzen – schließlich ist TV weiterhin das Medium Nummer 1 in Deutschland und wir klarer Marktführer.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung im Dating- sowie im Commerce & Ventures-Segment?

Auch hier sehen wir, wie sehr sich unsere breite Gruppenaufstellung auszahlt: Unser Dating-Segment profitiert mit einem Umsatzwachstum von 53 Prozent weiterhin von der Erstkonsolidierung der The Meet Group. Commerce & Ventures wächst organisch stark um 15 Prozent, getragen von allen Bereichen des Segments. Zusätzlich haben wir im dritten Quartal vier Deals mit jungen digitalen Wachstumsunternehmen abgeschlossen oder verlängert, die wir mit unserer Entertainment-Reichweite und unseren Medialeistungen unterstützen. So machen wir Marken groß, diese Wertschöpfung schaffen wir in der Zusammenarbeit unserer Geschäftsbereiche. Genauso gehören Verkäufe wie der von Amorelie zur Strategie, wenn wir zum nächsten Entwicklungsschritt des Unternehmens nicht mehr substanziell beitragen, aber für unser Unternehmen Gewinn realisieren können. Wichtig ist: Wir konzentrieren uns auf Investitionen, die wir im Verbund mit dem Entertainment-Geschäft kraftvoll weiter entwickeln können.