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„Von Ideen junger Unternehmen lernen wir auch als Gruppe“

Florian Pauthner, Geschäftsführer SevenVentures

Growth is our Business – getreu dieses Mottos fördert SevenVentures ausgewählte Start-Up-Unternehmen durch gezielte Investments. Mit den Beteiligungsmodellen „Media-for-Equity“ und „Media-for-Revenue-Share“ unterstützt das 2011 gegründete Tochterunternehmen der ProSiebenSat.1-Gruppe innovative Ideen mit Werbeplätzen auf den Free-TV-Sendern sowie den digitalen Plattformen der Gruppe. Damit nutzt SevenVentures die Media-Power von ProSiebenSat.1, um die Markenbekanntheit der Partnerunternehmen zu steigern und eine emotionale Bindung zu neuen Produkten und Services aufzubauen. Mit Zalando, Lieferando und Home24 begleitete SevenVentures bereits Unternehmen auf ihrem Weg vom Start-Up bis zum Börsengang. Florian Pauthner, Geschäftsführer von SevenVentures, erklärt die Wirksamkeit des Modells „Werbezeit gegen Unternehmensbeteiligung“.
Wie funktionieren die Investitionsmodelle „Media-for-Equity“ und „Media-for-Revenue-Share“?

Für Start-Ups ist es in Deutschland nach wie vor schwierig, finanzielle Mittel in Investitionsrunden zu bekommen. Diese benötigen sie aber dringend, um beispielsweise in Werbung zu investieren und so ihre Bekanntheit und Reichweite zu steigern. Hier setzen wir mit unseren Finanzierungsmodellen „Media-for-Equity“ und „Media-for-Revenue-Share“ an: Wir nutzen TV-Werbezeiten als Investitionswährung und erhalten im Gegenzug eine Unternehmens- oder Umsatzbeteiligung. Dadurch verhelfen wir jungen Unternehmen zu einem schnellen Markenaufbau und Wachstum – und erweitern unser Portfolio an Unternehmen, ohne gleich große Summen in die Hand zu nehmen. Chancen und auch Risiken werden also geteilt. Dadurch dass wir uns über SevenVentures mit einer Minderheit beteiligen, können wir uns außerdem den Markt und das Geschäftsmodell genau anschauen.  Vielversprechende Unternehmen können später in unsere Commerce-Tochter, die NuCom Group, integriert werden. Das hat zum Beispiel bei Amorelie und Flaconi super funktioniert. Teilweise steht am Ende der Investitionsphase aber auch der sogenannte Exit, bei dem das Unternehmen die von uns gehaltenen Anteile zurückerwirbt oder diese weiterverkauft.

„SevenVentures nutzt die starke Media-Power von ProSiebenSat.1 als eigene Währung.“
Wie entscheidet SevenVentures, ob es sich an einem Unternehmen beteiligt?

Meine Kollegen und ich schauen uns im Jahr rund 1.000 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen an. Damit eine Firma für uns interessant ist, muss sie ein klares Set an Voraussetzungen erfüllen. Wir investieren beispielsweise nur in Unternehmen, deren Produkte von der emotionalen Wirkung der TV-Werbung profitieren können. Außerdem sollte der Partner bereits über eine gewisse Infrastruktur verfügen. Das ist wichtig, da die Unternehmen durch die Werbung eine höhere Aufmerksamkeit bekommen, die sich beispielsweise in einer großen Anzahl von Website-Aufrufen und Bestellungen widerspiegelt. Diesem Andrang muss die Infrastruktur standhalten. Unser Anspruch ist, dass wir mit SevenVentures ein Sparringspartner für das Management-Team sind, deshalb achten wir auch darauf, dass wir mit diesem langfristig gut zusammenarbeiten können. Eine weitere wichtige Frage ist, ob und welche anderen Investoren an dem Unternehmen beteiligt sind. Hier müssen Interessen und Ziele natürlich auch zusammenpassen.  

Welche Beteiligungsmodelle hat SevenVentures in der Vergangenheit bereits erfolgreich umgesetzt?

Ein super Beispiel und ein Beweis für die Nachhaltigkeit unserer Investitionsmodelle ist Home24. Wir haben uns 2017 mit einer sogenannten Exit-Partizipation an dem Online-Möbelhändler beteiligt und ihn anschließend über TV-Werbung beworben. Dadurch hat Home24 sein Wachstumstempo deutlich gesteigert und ist im Juni 2018 an die Börse gegangen. Unsere Zusammenarbeit war also eine klassische Win-Win-Situation für beide Partner. Jetzt investiert Home24 weiterhin in TV-Werbung und ist damit nur ein Beispiel für viele ehemalige SevenVentures-Unternehmen, die wir auch nach dem Ende unserer „Media-for-Equity“ und „Media-for-Revenue-Share“-Partnerschaft als langfristige Werbekunden für unsere Gruppe gewonnen haben.

Start-Up-Unternehmen bringen oftmals neue Ideen und Impulse mit. Wie kann ProSiebenSat.1 als Gruppe davon profitieren?

Uns ist wichtig, dass SevenVentures einen guten und engen Kontakt zu den Gründern der Unternehmen hat – und sich mit ihnen zu innovativen Ideen und aktuellen Trends austauscht. So lernen wir als Gruppe ständig dazu und können auch unsere eigenen Geschäftsmodelle weiterentwickeln. Das ist gerade in einem so dynamischen Umfeld wie der Medienbranche extrem wichtig. Wir alle stehen zum Beispiel vor der Herausforderung, unsere jeweilige Zielgruppe so gut wie möglich anzusprechen. Hier ist der Austausch untereinander sehr wertvoll. Darüber hinaus gibt es natürlich auch einige Kooperationsmöglichkeiten zwischen ProSiebenSat.1 und den E-Commerce-Plattformen, wie zum etwa gemeinsame Cross-Promotion-Kampagnen. Wir nutzen die Synergien, wo immer sie sich anbieten.